23.4.15

Tagebücher - Erinnerungen in Worten


Durch Zufall bin ich heute auf alte Facebook-Gruppen von 2011 und 2012 gestoßen, die ich mit meinen Freundinnen geführt habe. Ein reger Austausch über die Liebe, die nächste Party, die letzte Party und manchmal auch über unser letztes Jahr in der Schule. Aber Schule war damals nicht so wichtig, vor allem im Gegensatz zu dem letzten Gespräch mit dem Schwarm. Das musste schließlich in allen Einzelheiten diskutieren werden. Meint er es wirklich so oder ganz anders? Soll ich ihm schreiben oder nerve ich ihn dann? Warum hat er sich bei unserem letzten Treffen so komisch verhalten? Ich denke, ihr kennt solche Situationen nur zu gut. 



Und da ich sowieso gerade dabei war in alten Erinnerungen zu wühlen, habe ich meine alten Tagebücher rausgeholt.Von 2007 bis Ende 2012 habe ich regelmäßig Tagebuch geschrieben und alles festgehalten, was mich bewegt hat. Wenn wundert es, dass es dabei auch hauptsächlich um das Thema Liebe ging. Jede Kleinigkeit wurde festgehalten, wie "Er hat mich heute auf dem Pausenhof angelächelt" oder "Im Stundenwechsel haben sich unsere Hände zufällig berührt". Jetzt muss ich darüber schmunzeln und wundere mich, wie viel mir diese Kleinigkeiten damals bedeutet haben. War ja aber schließlich auch schon immer der ersten Schritt für unsere gemeinsame Zukunft, oder nicht? 
Auch wenn man sich bei manchen Einträgen am liebsten verstecken würde, weil sie einfach zu peinlich sind, ist es doch immer wieder schön die Tagebücher aus ihrer Kiste zu holen und darin zu lesen. All diese Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle sind schließlich ein Teil von mir und haben mich zu der Person gemacht, die ich gerade bin. Und dafür sollte man sich doch nicht schämen müssen!


Nachdem ich heute also ein paar Einträge gelesen habe, habe ich große Lust bekommen in Zukunft wieder regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Denn so peinlich es auch manchmal ist, es gibt wohl nicht viel, was besser ist, als in ihnen zu lesen. Sofort fühlt man sich wieder wie 15 und schwerverliebt in den Jungen aus der Nachbarklasse. Man lacht über sich selbst und erinnert sich genau daran, wie es damals gewesen ist. 
Natürlich gab es auch die ein oder andere Enttäuschung, aber durch das Tagebuch kann man auch sehen, dass es immer auch wieder bergauf geht und der nächste Höhepunkt im Leben schon auf einen wartet. Man muss nur auf seinen Bauch hören, das Leben voll ausleben und sich keine quälende Gedanken über die Zukunft machen. Dann klappt es auch mit der Liebe. War damals schon so.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen